Wie funktioniert die "Tiefe Hirnstimulation"?
Dystonien sind auf eine Fehlregulation von motorischen Netzwerken im Gehirn zurückzuführen. Die Ursachen dieser Fehlregulation sind zumeist nicht bekannt, jedoch lässt sich das krankhafte Geschehen lokalisieren. Als Zentrum der Störung wurden in wissenschaftlichen Untersuchungen tiefe Gehirnstrukturen, die Basalganglien, identifiziert. Bei Dystonie-Betroffenen treten Störungen der Regelkreisläufe durch eine krankhafte Aktivitätserhöhung bestimmter Zellpopulationen auf.

Abb. 2: Zielpunkt der "Tiefen Hirnstimulation" zur Behandlung einer Dystonie ist das Pallidum.
In diesen gestörten Regelkreis greift die "Tiefe Hirnstimulation" direkt ein, indem während einer stereotaktischen Operation kleine Elektroden in die krankhaft veränderten Strukturen implantiert werden.
Den Zielpunkt bildet dabei der sogenannte Globus pallidus pars internus (GPi), in den, bildlich gesehen, eine Art "Störsender" implementiert wird, der mithilfe elektrischer Reize die krankhafte Motorik reguliert und somit die betroffenen Muskelpartien entkrampfen kann. Die Elektroden werden durch einen Impulsgeber gesteuert, der unterhalb des Schlüsselbeins unter die Haut implantiert wird und mit den Elektroden über subkutan verlaufende, dünne Drähte verbunden ist. Der Impulsgeber ist in seiner Form und Größe mit einem Herzschrittmacher vergleichbar.
Entgegen älteren, den sogenannten läsionellen Verfahren, wird bei der "Tiefen Hirnstimulation" das Nervenzellgewebe nicht signifikant geschädigt, so dass der Eingriff durch Elektrodenentfernung gegebenenfalls auch wieder rückgängig gemacht werden kann.
Abb. 3: Impulsgeber mit Elektroden (Kinetra™) der Firma Medtronic.


