Dopa-responsive Dystonie
Symptome
Diese Dystonieform heißt "Dopa-Responsiv", weil sie sehr gut mit der Substanz L-Dopa zu
behandeln ist. Sie ist auch unter dem Namen Segawa-Syndrom bekannt, weil der japanische
Neurologe M. Segawa sie 1970 erstmals als eigenständiges Krankheitsbild beschrieben hat.
Charakteristische Merkmale dieser Dystonie sind: das weibliche Geschlecht ist häufiger
betroffen als das männliche, die Krankheit beginnt um das 7. Lebensjahr und äußerst sich
zu Beginn meist in Gangstörungen durch Verkrampfungen der Beine oder Füße, die meist auf
eine Körperhälfte beschränkt sind. Ein häufig auftretendes Symptom der Dopa-Responsiven
Dystonie ist der Retrocollis. Es ist typisch für die Dopa-Responsive Dystonie, dass z.B.
(unbehandelte) Kinder morgens noch allein zur Schule gehen können, auf dem Heimweg am
Mittag aber nur noch im Rollstuhl abgeholt werden können. Diese tageszeitlichen Schwankungen
der Symptomausprägung sind allerdings nicht bei allen Patienten mit Dopa-Responsiver Dystonie
zu beobachten. Im Verlauf der Erkrankung stellen sich neben den Gangstörungen zunehmend auch
feinmotorische Störungen an Händen und Armen ein.
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Ursache
Man geht heute davon aus, dass die Dopa-Responsive Dystonie eine erblich bedingte Erkrankung
ist und durch einen genetischen Defekt verursacht wird. 1994 wurde dieses Gen mit dem komplizierten
Namen GTP-Cyclohydrolase 1 (GCH-1) entdeckt. Bisher ist es noch nicht gelungen, genau den
Genabschnitt zu identifizieren, der für die Entwicklung dieser Dystonieform verantwortlich ist.
Der Gendefekt führt dazu, dass bei den Betroffenen der Neurotransmitter (= chemische Botensubstanz
im Gehirn) Dopamin fehlt, wodurch die genannten Symptome ausgelöst werden.
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Diagnose
Die drei Faktoren "typische Symptomatik", "weibliches Geschlecht" und "Beginn der Erkrankung
im Kindesalter" reichen oft nicht aus, um die richtige Diagnose zu stellen. Häufig wird zunächst
als Fehldiagnose "Infantile Zerebralparese" gestellt. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt,
dass die Ausprägungen dieser Erkrankung wesentlich vielseitiger sind als zuvor angenommen wurde.
Beispielsweise ist immer auch an eine Dopa-Responsive Dystonie zu denken, wenn ein Fall von
generalisierter Dystonie zu Beginn des Kindes- oder auch noch frühen Erwachsenenalters vorliegt.
Seltener verbirgt sich eine Dopa-Responsive Dystonie hinter einem Torticollis oder einer anderen
fokalen Dystonie, die sich erst im Erwachsenenalter entwickelt hat. Wie der Name schon sagt,
lässt sich diese Dystonie diagnostisch abklären, indem man den Patienten sozusagen versuchsweise
die Substanz Levodopa gibt, die im Körper zu Dopamin umgebaut wird und den bestehenden Dopaminmangel
behebt. Dieser Medikamenten-Versuch gilt als einzig verfügbarer "Goldstandard" für die Diagnostik.
Eine Dopaminmangel-Erkrankung ist auch das Parkinson-Syndrom, dem jedoch eine ganz andere Ursache zu
Grunde liegt. Im Gegensatz zum Parkinson-Syndrom gehen bei der Dopa-Responsiven Dystonie die
Gehirnzellen, die Dopamin produzieren, nicht unter. Zur diagnostischen Abklärung gehört auch
eine entsprechende Gendiagnostik und die Untersuchung des Liquors auf entsprechende
Stoffwechselprodukte.
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Behandlung
Eine dauerhafte Heilung ist auch bei der Dopa-Responsiven Dystonie, wie bei den anderen
Dystonien, nicht möglich. Der große Unterschied ist jedoch, dass die Therapie mit L-Dopa meist
eine komplette Besserung der dystonen Beschwerden bewirkt. Das Medikament kann über viele Jahre
gegeben werden, ohne dass sich ernste Nebenwirkungen entwickeln. Wichtig zu wissen ist, dass
nicht bereits die erste Tablette von L-Dopa automatisch eine völlige Besserung bringen muss.
Besonders, wenn die Erkrankung schon seit längerer Zeit besteht, muss das Medikament über 4-8 Wochen
eingenommen werden, bis eine klare Aussage darüber gemacht werden kann, ob es hilft oder nicht.
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