Hemidystonie
Symptome
Die Symptome einer Hemidystonie äußern sich immer nur auf einer Körperseite - von Kopf bis Fuß -
und sind nicht nur auf einen eng umschriebenen Ort begrenzt. Sie können unterschiedlich schwer,
arm- und/ oder beinbetont sein. Die für jede Dystonie typischen Symptome entstehen, weil der
normale Spannungszustand von Muskeln und Gefäße gestört ist. Sind bei der Hemidystonie viele
Muskelgruppen betroffen, kommt es zu einer sehr ausgeprägten und meist auch sehr schmerzhaften
Symptomatik, die für die Betroffenen äußerst behindernd sein kann.
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Ursache
In der Regel entwickelt sich eine Hemidystonie als Folge einer traumatischen Hirnschädigung
(Unfall, Sturz, Schlaganfall usw.) oder auf der Basis einer zerebralen Hemiatrophie (auf eine
Seite des Gehirns beschränkter Untergang von Hirnzellen). Dieses wird als symptomatisch oder
sekundär bezeichnet. Ist die Ursache einer Hemidystonie nicht bekannt, spricht man von einer
idiopathischen (primären) Dystonie. Vermutet wird auch hier, dass eine Störung im extrapyramidalen
System des Gehirns, welches für die geordnete Steuerung von Bewegungen verantwortlich ist, vorliegt.
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Diagnose
Wird aufgrund einer halbseitigen Störung eine sogenannte sekundäre Hemidystonie vermutet,
helfen neben der Anamnese (Krankeitserhebung) klinische Untersuchungen, wie EMG (Elekrtomyogramm),
PET (Positronen-Emissions-Tomographie) und CT (Computertomographie) die Diagnose zu stellen. Im PET
zeigen sich bei Patienten mit Hemidystonie über- bzw. unteraktive Hirnbereiche. Im CT lassen sich
in etwa 50% der Fälle Schädigungen des Hirns nachweisen.
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Behandlung
Da unter Umständen eine ganze Reihe von Muskelgruppen betroffen ist, gestaltet sich die Therapie
bei Hemidystonien äußerst schwierig. Die übliche Behandlung mit Botulinumtoxin kann nur auf einzelne
Muskeln angewandt werden und lindert somit nur einen kleinen Teil der Problematik. Manchmal ist sie
auch erfolglos. Weitere Therapien sind:
- oral einzunehmende Medikamenten
- Physiotherapie
- Wärmebehandlung, selten Kältebehandlung
- "Alternative" oder unkonventionelle Verfahren
- Operative Eingriffe
Hier stellt die Hochfrequenz Thermokoagulation
(Verfahren zur dauerhaften Ausschalten von Hirngewebe durch Hitze) eine Möglichkeit dar.
Eine weitere, nahezu risikofreie Alternative, ist die Hochfrequenz-Elektrostimulation.
Bei dieser werden computergesteuert Tiefenelektroden im Hirn platziert. Diese blockieren das Gewebe
nur in der Zeit, in der sie aktiv sind. [Leseprobe aus DYSTONIE Aktuell]
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