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Deutsche Dystonie Gesellschaft e.V. www.dystonie.de
 
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Die Gliederdystonie

Symptome

Gliederdystonie Gliederdystonie

Der Schreibkrampf ist die häufigste aktionsspezifische fokale Dystonie. Die klinische Symptomatik ist gekennzeichnet durch unwillkürliche, zum Teil schmerzhafte zeitgleiche Verkrampfungen zahlreicher Muskeln der Hand, des Unterarmes bzw. auch des Oberarmes einschließlich des Schulterbereiches. Sie treten bei einem Teil der Betroffenen bereits bei Beginn des Schreibvorganges, bei anderen wiederum erst nach längerem Schreiben auf. In manchen Fällen führt das Schreiben zusätzlich auch zum Zittern (Tremor) der Hand.

Unterteilung des Schreibkrampfes:

Der einfache Schreibkrampf tritt ausschließlich beim Schreiben auf. Andere feinmotorische Tätigkeiten, wie z.B. Nähen oder Arbeiten mit einer Pinzette, lassen sich mit einem einfachen Schreibkrampf meist problemlos durchführen.

Beim dystonen Schreibkrampf besteht neben einem klassischen Schreibkrampf auch eine dystone Bewegungsstörung bei anderen manuellen Tätigkeiten, wie zum z.B. beim Essen mit Besteck oder dem Zuknöpfen von Hemden.

Beim progredienten Schreibkrampf schließlich entsteht aus einem zu Beginn isolierten Schreibkrampf im weiteren Verlauf auch eine dystone Fehlstellung der Hand bei anderen Tätigkeiten.

Weitere aktionsspezifische Dystonien sind zum Beispiel der Musikerkrampf und Golferkrampf. Das charakteristische dieser fokalen Dystonien ist, dass die Bewegungsstörung ausschließlich im Zusammenhang mit den komplizierten, langgeübten Bewegungen ausgelöst wird, und das andere feinmotorische Fähigkeiten nicht betroffen sind. Namhafte Künstler wie zum Beispiel Glenn Gould, Leon Fleisher, Gary Grafman wahrscheinlich auch der junge Robert Schuhmann waren oder sind von einem Musikerkrampf betroffen.

Auch eine Fussdystonie gehört zu den aktionsspezifischen Gliederdystonien. Hierbei kann es insbesondere beim Gehen zum Verkrallen der Zehen kommen.

Ursache

Die Ursache von Gliederdystonien ist noch nicht ausreichend geklärt. Vermutet wird auch hier eine Störung in den Basalganglien des Hirns. Die Genetik wird hoffentlich in Zukunft über mögliche Ursachen Auskunft geben.

Diagnose

Noch vor wenigen Jahren wurde angenommen, dass es sich bei Gliederdystonien um eine psychogene Ursache (Überlastungssyndrom) handelt. Diese Einschätzung gehört heute der Vergangenheit an.

Mit Hilfe der Elektromyografie (EMG) lässt sich die Diagnose "Schreibkrampf" durch eine genaue Untersuchung der Muskelaktivitäten der Hand-, Finger- und Armmuskeln stellen. Die genaue Kenntnis der betroffenen Muskeln ist für eine optimale Therapie wichtig.

Behandlung

Eine dauerhafte Heilung von Gliederdystonien ist nicht möglich.

Eine Injektionstherapie mit Botulinumtoxin kann versucht werden. Aufgrund der Vielzahl der Handmuskeln gestaltet sich diese jedoch wesentlich schwieriger als bei anderen Dystonieformen. Langzeituntersuchungen haben gezeigt, dass nur die Hälfte der Betroffenen auf Dauer profitiert.

Während der Jahrestagung 2000 der DDG wurden von der Arbeitsgruppe Schreibkrampf folgende Anregungen diskutiert und zusammengetragen:

Ein Umlernen von der einen auf die andere Seite ist nur eingeschränkt empfehlenswert, da sich auch hier eine Dystonie entwickeln kann.


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