Blepharospasmus
Symptome
Der Blepharospasmus ist ein beidseitiger Lidkrampf, der willkürlich nicht zu beherrschen ist, weil sich ein bestimmter Augenmuskel, der Musculus orbicularis oculi, zeitweilig oder ständig unwillkürlich verkrampft. Diese Muskelkrämpfe können die Mimik des Patienten erheblich entstellen, und wenn das Zusammenziehen des Muskels (Muskelkontraktion) über längere Zeit anhält, behindert dies die Sehfähigkeit des Patienten und kann zeitweise auch zur Blindheit führen. Im Frühstadium der Erkrankung kann der Blepharospasmus etwas asymmetrisch ausgeprägt sein oder sich zunächst durch vermehrtes Blinzeln äußern. Die meisten Patienten klagen über deutlich stärkere Beschwerden bei emotionaler Belastung, unter Stress, im grellen Sonnenlicht, beim Lesen oder Gehen. Vereinzelt bessert sich die Symptomatik beim Sprechen oder Gehen - dann spricht man auch von einer paradoxen Dystonie. Eine Variante des Blepharospasmus ist die sog. "Lidöffnungsapraxie", auch prätarsaler Blepharospasmus genannt. Im Vordergrund dieser Sonderform steht die Klage der Patienten, die Augen nicht öffnen zu können oder dass "die Lider zufallen" (funktionelle Blindheit).
zum Anfang
Ursache
Der Blepharospasmus zählt zu den essentiellen oder idiopathischen Erkrankungen und das heißt, dass sie ein eigenständiges Krankheitsbild darstellen, dessen Ursache man meist nicht kennt. Obgleich Forschung und Wissenschaft auf der Suche nach den wahren Gründen für die Entwicklung eines essentiellen Blepharospasmus sind, ist dies bisher noch nicht gelungen. Man weiß zwar, dass die Ursache im Zentralnervensystem zu suchen ist, nicht jedoch, was dort im Einzelnen gestört ist.
zum Anfang
Diagnose
Klinische Untersuchungen führen den Arzt zur Diagnose. Dies geschieht vor allem dann relativ schnell und sicher, wenn es während der Untersuchung zu einem Lidkrampf kommt. Um jedoch eine exakte Diagnose stellen zu können, müssen differentialdiagnostisch alle Formen von Lidöffnungs- und Lidschluss-Störungen ausgeschlossen werden. Dazu zählen z.B. akut entzündliche und chronische Augenerkrankungen, die mit einer erhöhten Blinkfrequenz oder einem sehr engen Lidspalt verbunden sind, aber auch Tics und Stereotypien müssen vom Blepharospasmus abgegrenzt werden. Am häufigsten wird ein Blepharospasmus mit einer okulären Myasthenie verwechselt, der eine krankhaft gesteigerte Ermüdbarkeit bestimmter Muskelgruppen zu Grunde liegt. Ein eigenständiges Krankheitsbild ist auch der Spasmus facialis oder hemifacialis. Im Gegensatz zum Blepharospasmus zählt der Spasmus facialis nicht zu den fokalen Dystonien - er tritt meist nur einseitig auf und für diese Erkrankung ist kein Muskel, sondern ein bestimmter Nerv, der Nervus facialis, verantwortlich.
zum Anfang
Behandlung
Eine dauerhafte Heilung des essentiellen Blepharospasmus gibt es nicht. Seit 1984 der erste Blepharospasmus-Patient mit Botulinumtoxin A behandelt wurde, hat sich diese Therapie so bewährt, dass sie heute als Mittel der ersten Wahl gilt. Mehr als 90 % der Patienten profitieren von dieser Injektionsbehandlung, die allerdings in regelmäßigen Abständen wiederholt werden muss. Weitere Behandlungsmethoden sind:
- Oral einzunehmende Medikamente
- Operative Maßnahmen
- "Alternative" oder "unkonventionelle" Verfahren
zum Anfang